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LenĂ­n Moreno
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Lenín Boltaire Moreno Garcés (* 19. MÀrz 1953 in Nuevo Rocafuerte, Provinz Orellana) ist ein ecuadorianischer Politiker. Er war von 2017 bis 2021 PrÀsident seines Landes.

Contents

‱ Leben
‱ INA-Papers
‱ Weblinks

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Leben

LenĂ­n Moreno ist in einer Mittelschichtsfamilie aufgewachsen. Sein voller Name ist LenĂ­n Boltaire Moreno GarcĂ©s – eine Hommage seiner Eltern an den russischen RevolutionĂ€r Wladimir Iljitsch Lenin und den französischen Philosophen Voltaire. Soziales Engagement wurde ihm von den Eltern, beide LehrkrĂ€fte, vorgelebt, die sich dafĂŒr einsetzten, dass Kinder Ă€rmerer Familien eine Schulbildung bekommen und sowohl in Spanisch als auch in ihren indigenen Sprachen unterrichtet werden.cite-ref-1[1] LenĂ­n Moreno erwarb ein Diplom in Verwaltungswissenschaft an der Universidad Central del Ecuador und war viele Jahre im Tourismussektor tĂ€tig. Moreno ist ein Kenner des YasunĂ­ und bestens informiert ĂŒber das Hin und Her um die Ölförderung in dem BiosphĂ€renreservat. Seit einer Verletzung bei einem RaubĂŒberfall 1998 ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Er ist Autor mehrerer BĂŒcher ĂŒber den Humor und hat verschiedene Ehrendoktortitel erhalten. LenĂ­n Moreno ist mit RocĂ­o GonzĂĄlez verheiratet und hat drei Töchter: Irina, Cristina und Carina.

PrÀsidentschaftswahlen 2017

Nachdem Rafael Correa nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte, kandidierte LenĂ­n Moreno als Kandidat der Regierungsallianz PAÍS. In der ersten Wahlrunde am 19. Februar 2017 erhielt er 39 % und verpasste somit nur knapp den direkten Wahlsieg. In der Stichwahl am 2. April 2017 gegen Guillermo Lasso vom BĂŒndnis CREO erhielt Moreno 51,14 % der abgegebenen Stimmen und wurde damit PrĂ€sident Ecuadors ab dem 24. Mai 2017.cite-ref-telesur-2-0[2] Vom Fernsehen live ĂŒbertragen waren am 18. April 2017 elf Prozent der Stimmen nachgezĂ€hlt worden. Die NachzĂ€hlung zeigte nur minimale Abweichungen, weder die Wahlbehörde noch das Wahlgericht gingen auf die Forderungen der Opposition nach einer kompletten NachzĂ€hlung ein.

PrÀsidentschaft

Moreno war zwar als politischer Erbe und Kandidat der FortfĂŒhrung der Politik seines VorgĂ€ngers Rafael Correa angetreten – unter anderem ĂŒbernahm er 2017 auch die FĂŒhrung der von Correa gegrĂŒndeten PAÍS-Allianz. Er distanzierte sich aber schon bald nach Amtsantritt von der Person Correa und seiner Politik. Im Bereich der Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik wendete er sich von seinem sozialdemokratischen Programm zugunsten konservativ-liberaler Vorhaben ab und machte, auch mithilfe von Referenden, wesentliche Projekte Correas rĂŒckgĂ€ngig.

LenĂ­n Moreno und Rafael Correa sind inzwischen auch persönlich verfeindet. In einem Referendum, ĂŒber das Moreno im Februar 2018 abstimmen ließ, erreichte er unter anderem, dass Correa 2021 nicht mehr zur PrĂ€sidentenwahl antreten durfte. Zudem hat die ecuadorianische Justiz gegen Correa, der heute in Belgien lebt, einen Haftbefehl erlassen. Interpol hat das Fahndungsgesuch im September 2018 wegen des „politischen Charakters“ des Verfahrens zurĂŒckgewiesen. Es besteht die weit verbreitete Ansicht, dass Moreno die sozialen Errungenschaften seines VorgĂ€ngers demontierte. Damit, sowie mit einer neoliberalen Wirtschaftspolitik und einer Abwendung von der von seinem VorgĂ€nger betriebenen Außenpolitik, suchte er den Schulterschluss mit der reichen Elite. Moreno holte im Mai 2018 Richard MartĂ­nez, den Vorsitzenden des nationalen Unternehmerverbands, als Wirtschafts- und Finanzminister in die Regierung.cite-ref-3[3] VizeprĂ€sident war von Dezember 2018 bis Juli 2020 Otto Sonnenholzner.cite-ref-4[4]

Im Oktober 2019 verlegte der PrĂ€sident die GeschĂ€fte der Regierung kurzzeitig nach Guayaquil, nachdem heftige Proteste gegen die Streichung von Treibstoff-Subventionen ausgebrochen waren und ein Generalstreik ausgerufen worden war. Die milliardenschweren IWF-Kredite zur Sanierung des Staatshaushalts waren an die Bedingung der Senkung der Subventionen geknĂŒpft.cite-ref-5[5]

Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen in Ecuador 2021 trat Moreno, auch wegen geringer Zustimmungswerte in der Bevölkerung, nicht erneut an. Am 4. MĂ€rz wurde er aus seiner Partei Alianza PAÍS ausgeschlossencite-ref-6[6]. Am 24. Mai 2021 ĂŒbergab er sein Amt seinem gewĂ€hlten Nachfolger Guillermo Lasso.

Maßnahmen wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11. MĂ€rz 2020 COVID-19 als eine globale Pandemie erklĂ€rt hatte, rief die ecuadorianische Regierung einen landesweiten Notstand aus, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auf diese Weise wurden einige prĂ€ventive Maßnahmen umgesetzt, darunter hĂ€usliche Isolation fĂŒr Reisende aus LĂ€ndern mit hohen Fallzahlen, verstĂ€rkte Kontrollmaßnahmen, EinschrĂ€nkungen fĂŒr Massenveranstaltungen, StĂ€rkung der Biosicherheitsvorkehrungen fĂŒr Gesundheitspersonal, Nutzung von Technologieplattformen in der Telemedizin, Online-Bildung und Telearbeit sowie ein Exportverbot fĂŒr Masken, Seifen und Desinfektionsgele. SpĂ€ter, am 16. MĂ€rz, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, um die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) einzudĂ€mmen, eine Situation, die bis September andauerte.

Gesundheitskrise wÀhrend der COVID-19-Pandemie

Die Krise im Gesundheitssystem in Ecuadorcite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] wĂ€hrend der Coronavirus-Pandemie verschĂ€rfte sich aufgrund mangelnder Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur und der Reduzierung öffentlicher Gesundheitsausgaben in den Vorjahren. Im Jahr 2019 wurden 10.000 FachkrĂ€fte im öffentlichen Sektor entlassen, hauptsĂ€chlich im Gesundheitswesencite-ref-10[10]cite-ref-11[11], als Teil der Sparmaßnahmen, die von Lenin Moreno auferlegt und vom Internationalen WĂ€hrungsfonds empfohlen wurden. Diese Maßnahmen priorisierten die Tilgung der Auslandsschulden auf Kosten der StĂ€rkung des Gesundheitswesenscite-ref-12[12]cite-ref-13[13]. Der Mangel an angemessener AusrĂŒstung, einschließlich der FunktionsuntĂŒchtigkeit lebenswichtiger medizinischer GerĂ€te, beeintrĂ€chtigte die FĂ€higkeit, auf die Pandemie zu reagierencite-ref-14[14]. Diese SchwĂ€chen im Gesundheitssystem machten die Bevölkerung anfĂ€llig und fĂŒhrten zu einer kritischen Situation, in der sich TodesfĂ€lle auf den Straßen hĂ€uften und die Ernsthaftigkeit der Krise in Ecuador deutlich wurde.

Die Krise im Gesundheitssystem in Ecuador wĂ€hrend der Coronavirus-Pandemie manifestierte sich alarmierend. Die Provinz Guayas, mit Guayaquil als am stĂ€rksten betroffener Stadtcite-ref-15[15], verzeichnete 1.937 FĂ€lle, was 70 % der nationalen Gesamtzahl von 2.748 FĂ€llen entspricht. Die BBC berichtete, dass Guayaquil mehr TodesfĂ€lle durch COVID-19 hatte als einige ganze LĂ€ndercite-ref-16[16]. DarĂŒber hinaus stieg die Zahl der TodesfĂ€lle im Land auf 93. Das Gesundheitssystem erwies sich als unzureichend, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, was zu der Situation fĂŒhrte, dass die Leichen der Verstorbenen aufgrund mangelnder Reaktion und KapazitĂ€t des Systems auf den Straßen zurĂŒckblieben.

Zu dieser Zeit spiegelten Videos und Zeugnisse von den auf den Straßencite-ref-17[17]cite-ref-18[18]cite-ref-19[19] liegenden Leichen in Guayaquil die kritische Situation widercite-ref-20[20] durch die die Stadt ging. Viele Bestattungsunternehmen hörten auf zu arbeiten, aus Angst, sich mit dem Virus anzustecken, was zu Verzögerungen bei der Entfernung der Leichen fĂŒhrte. Es wurde geschĂ€tzt, dass einige dieser TodesfĂ€lle nicht mit dem Coronavirus in Verbindung standen, aber aufgrund fehlender medizinischer Untersuchungen konnten die Todesursachen nicht bestĂ€tigt werden. Der Mangel an Ressourcen in den dicht besiedelten Gebieten fĂŒhrte dazu, dass Trauerfeiern zu Hause stattfanden, und viele Familien mussten mehr als drei Tage auf die Entfernung der Leichen wartencite-ref-21[21].

Sicherheitsmaßnahmen

Seit LenĂ­n Moreno das PrĂ€sidentenamt ĂŒbernommen hat, hat Ecuador eine starke Zunahme der Unsicherheit erlebt, da die Mordrate von 5,6 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2017 auf 20 pro 100.000 im Jahr 2022 gestiegen istcite-ref-22[22]. Der ecuadorianische Sicherheitsexperte Fernando CarriĂłn ist der Meinung, dass diese Situation auf Entscheidungen der Moreno-Regierung zurĂŒckzufĂŒhren ist: „Das Justizministerium, das die GefĂ€ngnisse verwaltete, und das Koordinierungsministerium fĂŒr Sicherheit, das Innenministerium, das sich mit Sicherheit beschĂ€ftigte, sowie der Nationale Rat fĂŒr die Kontrolle von BetĂ€ubungsmitteln und psychotropen Substanzen wurden aufgelöst. All dies wurde in einem einzigen Ministerium namens Innenministerium zusammengefĂŒhrt, und die Haushaltsmittel wurden erheblich gekĂŒrzt.“cite-ref-23[23] Aufgrund dieser Maßnahmen wurde Ecuador 2023 von einem der sichersten LĂ€nder der Region zu einem der gewalttĂ€tigsten und gefĂ€hrlichsten in Lateinamerika. Im Jahr 2023 sagte Paco Moncayo, damals Minister fĂŒr Sicherheit unter PrĂ€sident Guillermo Lasso: „Moreno hat das Sicherheitssystem des Landes demontiert.“cite-ref-24[24]

Aufgrund der KĂŒrzungen von Lenin Moreno, der Abschaffung von Ministerien und Koordinierungsministerien fĂŒr die Sicherheit sowie der Entlassung von öffentlichen Bediensteten, darunter Personen, die fĂŒr die Kontrolle des Strafvollzugssystems zustĂ€ndig waren, kam es 2021 zu einem der blutigsten GefĂ€ngnisaufstĂ€nde in der Geschichte Ecuadors, dem GefĂ€ngnis-Massaker in Ecuador vom 23. Februar 2021.

GefÀngniskrise

Der GefĂ€ngnisaufstand von HĂ€ftlingen in Ecuador, bei dem mindestens 116 Menschen getötet wurdencite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] hat die GefĂ€ngniskrise im Land verschĂ€rft. Es gab wĂ€hrend dieser Zeit drei Massaker in den GefĂ€ngnissen, bei denen insgesamt fast 240 Menschen ums Leben kamen. Ecuador hatte 65 GefĂ€ngnisse und eine offizielle KapazitĂ€t von 30.000 Insassen, aber die Gefangenenzahl ĂŒberstieg diese Zahlen und belief sich auf etwa 39.000 Personen, von denen 50 % nicht verurteilt waren. Es gab einen Mangel an GefĂ€ngniswĂ€rtern, mit nur 1.500 im ganzen Land und einem zusĂ€tzlichen Bedarf von 3.000 nach Expertenmeinung. Die HauptgefĂ€ngnisse befanden sich in Latacunga, Cuenca und Guayaquil, wobei letzteres ein großes GefĂ€ngniskomplex beherbergte, in dem ein Drittel der HĂ€ftlinge des Landes untergebracht war. Die GefĂ€ngniskrise wurde durch die Gewalt verschĂ€rft, die von Banden verursacht wurde, die mit dem internationalen Drogenhandel, hauptsĂ€chlich aus Mexiko und Kolumbien, in Verbindung standen und sowohl innerhalb als auch außerhalb der GefĂ€ngnisse um die Macht kĂ€mpften. Diese Banden operierten von den GefĂ€ngnissen aus als „zentrale kriminelle Kommandos“. Etwa ein Drittel der Insassen hatte Verbindungen zum Drogenhandel. Im Februar kam es zu gleichzeitigen AufstĂ€nden in vier GefĂ€ngnissen mit 79 getöteten HĂ€ftlingen. Die Behörden versuchten, die Kontrolle ĂŒber das GefĂ€ngnis mit UnterstĂŒtzung der StreitkrĂ€fte wiederzuerlangen.

Kontroversen wÀhrend und nach seiner PrÀsidentschaft

Auslieferung Julian Assange

Im Mai 2017 reiste Paul Manafort nach Ecuador, um mit LenĂ­n Moreno Bedingungen fĂŒr eine Auslieferung von Julian Assange an die USA auszuhandeln.cite-ref-28[28] Im April 2019 kĂŒndigte Moreno dem WikiLeaks-GrĂŒnder Julian Assange das diesem von seinem VorgĂ€nger gewĂ€hrte diplomatische Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Er warf Assange vor, durch sein aggressives und respektloses Verhalten und die Drohungen der hinter ihm stehenden Organisation gegen Ecuador Grundprinzipien des Asylrechts wĂ€hrend seines Aufenthalts in der diplomatischen Mission des Landes so sehr verletzt zu haben, dass die WeitergewĂ€hrung des Asyls untragbar sei. Assange wurde daraufhin auf Anforderung des ecuadorianischen Botschafters auf dem BotschaftsgelĂ€nde aufgrund eines britischen Haftbefehls wegen Nichterscheinens zu einem Gerichtstermin von Scotland Yard festgenommen und einem britischen Richter vorgefĂŒhrt. Aufgrund eines 2017 ergangenen Auslieferungsersuchens der USA bleibt er zunĂ€chst in Großbritannien in Haft. Morenos VorgĂ€nger Correa wertete das Verhalten des StaatsprĂ€sidenten als „[e]inen der schrecklichsten Akte, die jemals aus ServilitĂ€t, Bosheit und Rachsucht ausgebrĂŒtet wurden“, und bezeichnete seinen Nachfolger als „VerrĂ€ter“.cite-ref-29[29]

INA-Papers

2019 wurde PrĂ€sident Moreno in den sogenannten INA-Papers mit illegalen GeschĂ€ften in Bezug gebracht. Die Nationalversammlung begann eine Untersuchung der VorwĂŒrfe gegen Moreno. Ausgangspunkt war eine Veröffentlichung des ecuadorianischen Medienportals „La Fuente“ vom 26. Februar 2019. Die Recherchen trugen den Titel „Das Offshore-Labyrinth des PrĂ€sidentenzirkels“. Darin wurde Moreno mit Off-Shore-Firmen in Panama und Belize in Verbindung gebracht.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Den Namen Ina bildete Moreno aus den letzten Buchstaben der Vornamen seiner Töchter: Irina, Cristina und Karina. Der Fall Ina Papers wurde spĂ€ter auch als Sinohydro-Fall bekannt.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]cite-ref-36[36] Dies beinhaltet einen Korruptionsskandal, bei dem angeblich Bestechungsgelder oder „RĂŒckvergĂŒtungen“ und GeldwĂ€sche in Höhe von 76 Millionen US-Dollar unter Beteiligung von LenĂ­n Moreno und seiner Familie in Bezug auf eine Offshore-Firma namens Ina Investment Corporatio verwaltet wurden.cite-ref-37[37] Laut Untersuchungen wurde diese Firma von Morenos Bruder Edwin Moreno in Belize gegrĂŒndet, einem Steuerparadies, das fĂŒr seine Steuervorteile fĂŒr auslĂ€ndische Unternehmen bekannt ist. Die Untersuchung hat außerdem Xavier MacĂ­as Carmigniani und MarĂ­a Auxiliadora Patiño mit der Offshore-Firma in Verbindung gebracht, enge Freunde von Moreno und seiner Frau RocĂ­o GonzĂĄlez.

Im Juni 2021 teilte der bolivianische Justizminister IvĂĄn Lima mit, dass die Regierung seines Landes eine Klage gegen Moreno vorbereitet. Hintergrund ist dessen vermeintliche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Proteste in Bolivien 2019 und die MachtĂŒbernahme von Jeanine Áñez.cite-ref-38[38]

Es wurde entdeckt, dass die Ina Investment Corporation verschiedene Transaktionen durchgefĂŒhrt hat, wie den Kauf von Möbeln in der Schweiz und den Erwerb einer Wohnung in Spaniencite-ref-39[39]. Die Rechnungen wurden auf den Namen von Edwin Moreno und MarĂ­a Auxiliadora Patiño ausgestellt. Zwei Adressen, die mit den Transaktionen in Verbindung stehen, wurden ebenfalls identifiziert: eine entspricht dem Haus von Xavier MacĂ­as Carmigniani in Guayaquil, und die andere steht in Verbindung mit dem Ölunternehmen Sertecpet, das Eduardo LĂłpez gehört, einem Freund der Moreno GarcĂ©s BrĂŒder.

Der Ina Papers-Fall hat in Ecuador erhebliche politische Auswirkungen und soziale Unruhen ausgelöst, was zu Forderungen nach Untersuchungen und Auftritten vor der Nationalversammlung und der Generalstaatsanwaltschaft des ecuadorianischen Staates gefĂŒhrt hat. Als Ergebnis der Untersuchung wurden BestechungsvorwĂŒrfe gegen LenĂ­n Moreno, seine Frau RocĂ­o GonzĂĄlez, seine Tochter Irina, seine BrĂŒder Edwin und Guillermo sowie 36 weitere Personen erhoben.

Im Februar 2023 berichtete die GeneralstaatsanwĂ€ltin des Staates, Diana Salazar, dass der Ina Papers-Fall sich ausgeweitet habe und relevante Informationen aus Panama durch internationale Rechtshilfe erhalten worden seien. Anschließend wurden im MĂ€rz 2023 die Anklagen in einer Anhörung formell vorgebracht, bei der die Staatsanwaltschaft prĂ€ventive Haft fĂŒr die VerdĂ€chtigen beantragte und das Fluchtrisiko anfĂŒhrte. Der Richter entschied jedoch, weniger restriktive vorsorgliche Maßnahmen anzuwenden, wie regelmĂ€ĂŸige Erscheinungen vor dem Nationalen Gerichtshof und ein Reiseverbot.

Im April 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft die prĂ€ventive Haft fĂŒr LenĂ­n Moreno, RocĂ­o GonzĂĄlez, Irina Moreno und sieben weitere Personen, die in den Fall verwickelt warencite-ref-40[40]. Es wurde berichtet, dass zehn der betroffenen Personen, einschließlich Moreno, den regelmĂ€ĂŸigen Erscheinungen vor Gericht nicht nachgekommen sind, was zu einer Bitte um Interpol-Benachrichtigung ĂŒber ihren Aufenthaltsort und ihre Verhaftung fĂŒhrte.

Möglicher Diebstahl im PrÀsidentenmuseum

Der ehemalige ecuadorianische PrĂ€sident LenĂ­n Moreno wurde des Diebstahls beschuldigtcite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] aufgrund des Verlusts von StĂŒcken aus dem PrĂ€sidentenmuseum. Nach Angaben von Mitgliedern der ecuadorianischen Nationalversammlung blieben bei LenĂ­n Moreno's Amtsaustritt nur 7.000 StĂŒcke von den ursprĂŒnglichen 11.200 im Museum im Regierungspalast zurĂŒck. Die ecuadorianische Abgeordnete Pamela Aguirre drĂ€ngte den Generalstaatsanwalt dazu, den Fall zu untersuchen und die Anschuldigungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassencite-ref-44[44]. Der geschĂ€tzte Wert der fehlenden MuseumsstĂŒcke ĂŒbersteigt 2 Millionen Dollar und umfasste Objekte, die als Geschenke von auslĂ€ndischen FĂŒhrern an Ecuador ĂŒberreicht wurden, sowie andere historische GegenstĂ€nde aus dem Land.

Weblinks

Commons

: LenĂ­n Moreno

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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